Stadtluft macht frei
So hieß es früher. In Zukunft wird die Stadt zur Festung und spaltet die Menschen. Ein lesenswerter Artikel bei Telepolis: Festungsbau.
Die Tendenz ist klar: In den Zeiten der potenziellen Gefahr durch terroristische Anschläge schützt man symbolträchtige Immobilien. Die Aktionen gehen aber weit über das Aufstellen von Schutzwällen hinaus und betten sich in eine Zeit ein, in der amerikanische, britische und nun auch deutsche Städte verstärkt Maßnahmen der inneren Sicherheit planen und durchsetzen. Um möglichst viele Terror-Risiken auszuschließen, behilft man sich der Technik und des Rechts. [...]
Es steht zu vermuten, dass die ohnehin fortgeschrittene soziale und räumliche Spaltung der Gesellschaft durch Überwachungs- und Anti-Terror-Maßnahmen weiteres Futter erhält. Das, was die Soziologen "Segregation" nennen, ist schon lange kein akademisches Gespinst mehr. In Städten werden pennersichere Bänke aufgestellt, die Einsehbarkeit von Plätzen wird baulich erleichtert, Passagen und Zonen werden mit exklusiven Baumaterialien so ästhetisiert, dass ihre Symbolik ausgrenzend wirkt. Sie sollen die unter Deliquenzverdacht stehenden, sozial Schwächeren abstoßen und die unter Konsumverdacht stehenden, kaufkräftigen Zielgruppen anziehen. Arm und Reich werden räumlich getrennt.
Anfängerin - 20. Aug, 15:49

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