Völkermord und Terrorismus
Im Tagesspiegel erinnert Caroline Fetscher an das Massaker von Srebrenica vor 10 Jahren. Sie fragt nach der Aufmerksamkeit, die wir Völkermördern und Terroristen schenken:
Warum erhalten Terroristen ein so hohes Maß an Aufmerksamkeit, Völkermörder nicht? Auch darum, weil Terroristen Aufmerksamkeit wollen, Völkermörder nicht. Terroristen spekulieren auf die Öffentlichkeit. Sie wollen Schrecken maximieren. Völkermörder scheuen Blicke und Bilder. Die Mörder von Srebrenica, denen es um Macht, Geld und ein Großserbien ging, verscharrten Tausende und planierten den Boden mit Bulldozern. Zwei Monate später schafften sie die Leichen in weiter entfernte Massengräber. Sie wollten, dass die Welt vergisst.Auch bei Telepolis fragt man nach dem Umgang der Medien mit dem Terror.
Medien und Öffentlichkeit machen beide Spiele mit. Wir geben Terroristen, was sie wollen: unsere panische Aufmerksamkeit. Und wir geben Völkermördern, was sie wollen: unser lethargisches Ignorieren. Wann begreifen wir die Menschenrechte wirklich als universell? Wenn unser Druck auf die Politik nicht mehr von erratischen Emotionen geprägt ist. Heute sollten wir fragen, ob uns die Menschenrechte tatsächlich interessieren, in deren Namen wir als Demokraten auf die Welt einwirken möchten. Und könnten.
Anfängerin - 10. Jul, 16:27
