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Impressionen

Ich mache mich auf. Sonne begrüßt mich, die ich kaum wahrnehme. Bald ist es wieder dunkler und feucht. Aber ich sehe den Tag schon sonnig, wo schon wieder Wolken sind. Neben dem Bahnhof steht unsere Firma. Draußen ist noch keiner zu sehen. Ein gutes Zeichen, das bedeutet Arbeit. Auf dem Bahnsteig höre ich bekannte, unartikulierte Laute aus Richtung des Kabuffs, in dem ich sonst arbeite. Ich kann mir vorstellen, welcher Kollege da wieder seine Sangeskunst erprobt.

Im Abteil zwei Frauen. Die eine auf meinem Platz, den sie bereitwillig räumt. Eine Bankerin, die ihre Stelle verlieren soll. Sie findet es ungerecht, nach 40 Jahren vielleicht nur 750 Euro zu bekommen. Weniger als ein Hartz-4ler, dem sie ca. 840 Euro zutraut mit Kindern. Sie hätte zwar eine abgezahlte Eigentumswohnung und erwartet eine Lebensversicherung, aber sie will nicht nur vom Ersparten leben. Mein träges Gehirn schlägt bei diesem ungleichen Vergleich an, um doch gleich wieder einzunicken. Müdigkeit kriecht hinter meine Augen.

Wolfsburg. Ein schwarzer Käfer zwischen anderen Autos, die nicht alle VW sind. Trotzig steht er da. Nicht so geleckt, so uniformiert wie die anderen, die dem Windkanal entsprungen sind. Er kann bestimmt knattern ohne das es wie Lärm wirkt wie bei den anderen. Knutschkugel.

Die Fahrt geht weiter durch Landschaften und Lärm- schutzwänden. Efeu leckt über die mehr oder weniger verzierten Mauern und erobert sie. Dann sind wir in Berlin. Die Bahn ist pünktlich. Geht doch.

Berlin

Berlin ist schön mit seiner Mischung als alt und neu. Allerdings schneiden die alten Häuser in diesem Vergleich oft besser ab. Persönlichkeiten inmitten von glatten Wänden, an denen die Blicke abrutschen.

Das Wetter zeigte seine Vielseitigkeit mit Regen und Kaiserwetter. Eine Mischung, die den Kreislauf auf Trab hielt, scheuchte sie uns doch gelegentlich unter Deck. Ich mochte es, genauso wie die Menschen, die ich treffen durfte. Bekannte wie noch nicht Bekannte. Fazinierend, was da für Menschen zusammen kommen. Ich könnte sie stundenlang beobachten und ihnen zuhören. Dazu ein schöner Abend. Das lag nicht nur an den Chinesen...

Unter den Linden. Leute sitzen in Zweierreihen zur Straße gewandt vor den Cafés. Versuchte Boheme? Tatsächlich sehen sie aus wie Hühner auf der Stange. Aufgereiht picken sie ihr Brot, sehen Menschen wie Autos zu wie sie vorbeifließen wie Wasser. Ich überlege, mich zu den Hühnern zu begeben. Stattdessen besuche ich die schöne Nofretete. Seit 1986 habe ich sie nicht mehr gesehen.

Es war schön und ich habe es sehr genossen.

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