Mit neuen Augen gesehen...
Als ich vorgestern meine Arbeitsstätte nach zwei Wochen besuchte, war es, als würde ich sie mit neuen Augen sehen.
Der Torpfeiler wieder oder immer noch touchiert, obwohl es breit ist. Ein fast leerer Hof, weil die Kollegen noch unterwegs waren, wartend auf den ersten Hofputz. Die Tür ist alt, verkratzt, die Fenster dreckig. Im Treppenhaus der Geruch des Hauses, ein fast undefinierbarer Duft aus Wärme, Staub und anderem. Die Treppe durch die Jahrzehnte und länger glatt, die Kanten rund gelaufen. Die Wände sind grau vor Dreck. Schäbig.
Oben ein staubiger Stuhl. Übriggeblieben und vergessen. Ich stoße die Tür auf und lasse sie zufallen. Der Linoleumboden, immer wieder geflickt, neigt schon wieder stumpfem Grau zu. Die einzelnen Arbeitsplätze aus Metall, wie Käfige fast. Seite an Seite mit alten Holzgestellen, die schon alt waren, als ich hier anfing. Zerkratzt und voller Aufkleber. Der Staub lugt von oben über die Kante.
Die Decke ist hoch, ein altes Gebäude. Alte und neue Kabelkanäle ziehen sich über die Wände. Die alten hören abrupt auf, als wäre die Leiter nicht lang genug gewesen. Die Heizungen sind mit Holzplanken geschützt, trotzdem fehlen ein paar Thermostate.
Rechts sind die Damentoiletten. Design original 50er Jahre mit Schüsseln statt Wasserkästen über den Toiletten, deren rissiges Aussehen an Jahresringe erinnert. Ein Uralt-Aufkleber in Schreibmaschinenschrift bittet, "die Artikel der modernen Damenhygiene" in den Abfalleimer zu werfen. Darunter der neumodische Farbausdruck einer Klobürste, die man "hinterher" benutzen soll. Es fehlt der Loriot-Witz. Die Fenster schmal wie Schießscharten starren braun vor Schmutz. Ein vergilbtes Katzenfoto neben einem Uraltboiler. Müßte nicht eigentlich ein Schild vor dem Trinken warnen, weil hier oben überall Bleirohre sind?
Im Nebenraum steht ein riesiger Safe. Zu schwer für das Treppenhaus und zu groß für die Fenster und so alt, das er für heutige Safeknacker wieder unknackbar ist. Zumindest würde es lange dauern. Ein langer Flur mit Türen zu den Büros unserer Chefs. Pinwände mit viel Papier, das sich doch keiner ansieht.
Beim Anblick einer Tür erinnere ich mich an eine Maus, die hier durchgelaufen ist. Der Maus-Alarm ist längst wieder aufgehoben. Der Flur erinnert mich an den alten Chef. Er lief ihn entlang, um sich zu entschuldigen, daß er mich nicht gegrüßt hat. Das Resultat eines Workshops Wochen vorher: Wie verbessere ich die Kommunikation zu meinen Mitarbeitern? In dem Moment kam es mir lächerlich vor.
Ein zweites Treppenhaus. Nach oben in unbenutzte Büro- räume, nach unten zu anderen Büros. Unbenutzt und betreten verboten wegen Schimmelpilz. Ganz nach unten in den Keller. Die ehemalige Kantine mit Siegerkelchen in Vitrinen. Gewonnene Firmenfußballtuniere, deren Mitglieder meistens nicht mehr unter uns weilen. Als der Putz in den Kaffee rieselte, beschloß die Obrigkeit oben eine neue Teeküche zu bauen. Eine andere Tür führt nach draußen.
Der Torpfeiler wieder oder immer noch touchiert, obwohl es breit ist. Ein fast leerer Hof, weil die Kollegen noch unterwegs waren, wartend auf den ersten Hofputz. Die Tür ist alt, verkratzt, die Fenster dreckig. Im Treppenhaus der Geruch des Hauses, ein fast undefinierbarer Duft aus Wärme, Staub und anderem. Die Treppe durch die Jahrzehnte und länger glatt, die Kanten rund gelaufen. Die Wände sind grau vor Dreck. Schäbig.
Oben ein staubiger Stuhl. Übriggeblieben und vergessen. Ich stoße die Tür auf und lasse sie zufallen. Der Linoleumboden, immer wieder geflickt, neigt schon wieder stumpfem Grau zu. Die einzelnen Arbeitsplätze aus Metall, wie Käfige fast. Seite an Seite mit alten Holzgestellen, die schon alt waren, als ich hier anfing. Zerkratzt und voller Aufkleber. Der Staub lugt von oben über die Kante.
Die Decke ist hoch, ein altes Gebäude. Alte und neue Kabelkanäle ziehen sich über die Wände. Die alten hören abrupt auf, als wäre die Leiter nicht lang genug gewesen. Die Heizungen sind mit Holzplanken geschützt, trotzdem fehlen ein paar Thermostate.
Rechts sind die Damentoiletten. Design original 50er Jahre mit Schüsseln statt Wasserkästen über den Toiletten, deren rissiges Aussehen an Jahresringe erinnert. Ein Uralt-Aufkleber in Schreibmaschinenschrift bittet, "die Artikel der modernen Damenhygiene" in den Abfalleimer zu werfen. Darunter der neumodische Farbausdruck einer Klobürste, die man "hinterher" benutzen soll. Es fehlt der Loriot-Witz. Die Fenster schmal wie Schießscharten starren braun vor Schmutz. Ein vergilbtes Katzenfoto neben einem Uraltboiler. Müßte nicht eigentlich ein Schild vor dem Trinken warnen, weil hier oben überall Bleirohre sind?
Im Nebenraum steht ein riesiger Safe. Zu schwer für das Treppenhaus und zu groß für die Fenster und so alt, das er für heutige Safeknacker wieder unknackbar ist. Zumindest würde es lange dauern. Ein langer Flur mit Türen zu den Büros unserer Chefs. Pinwände mit viel Papier, das sich doch keiner ansieht.
Beim Anblick einer Tür erinnere ich mich an eine Maus, die hier durchgelaufen ist. Der Maus-Alarm ist längst wieder aufgehoben. Der Flur erinnert mich an den alten Chef. Er lief ihn entlang, um sich zu entschuldigen, daß er mich nicht gegrüßt hat. Das Resultat eines Workshops Wochen vorher: Wie verbessere ich die Kommunikation zu meinen Mitarbeitern? In dem Moment kam es mir lächerlich vor.
Ein zweites Treppenhaus. Nach oben in unbenutzte Büro- räume, nach unten zu anderen Büros. Unbenutzt und betreten verboten wegen Schimmelpilz. Ganz nach unten in den Keller. Die ehemalige Kantine mit Siegerkelchen in Vitrinen. Gewonnene Firmenfußballtuniere, deren Mitglieder meistens nicht mehr unter uns weilen. Als der Putz in den Kaffee rieselte, beschloß die Obrigkeit oben eine neue Teeküche zu bauen. Eine andere Tür führt nach draußen.
Anfängerin - 6. Apr, 15:19
