Politiker müssen nichts wissen, um ihre Arbeit zu machen. Sie haben ihre Berater und es gibt Experten, die Vorträge halten. Wenn wirklich wie in diesem
BKA-Vortrag über das Internet aufgeklärt wird, dann ist es kein Wunder, wenn sie das Internet als böse ansehen:
Eingeladen waren die Mitglieder des Innen- ausschusses. Der Vortrag bestand aus drei Abschnitten:
- Schockierende Fälle: Drastische Videos von Folter, Kindesmissbrauch und Mord, dazu drastische Websites zu Drogen, Bomben- bauanleitungen u.ä. Mein Gesprächs- partner fasste diesen ersten Abschnitt sarkastisch so zusammen: "Die Botschaft an jene Parlamentarier ohne Online- Kenntnisse war: Das Internet ist böse." Diese Botschaft sei auch angekommen.
- Wie funktioniert Online-Kriminalität? Ein Kurzabriss typischer Fälle, u.a. Botnetze, DDOS, Trojaner, Man-In-The-Middle, Pharming, Phishing, Finanzagenten.
- Welche erweiterten Möglichkeiten wünscht sich das BKA? Dabei wurde auch die Online-Durchsuchung und deren Funktionsweise vorgestellt.
Es wurde im Vortrag nie konkret gesagt: Die Online-Durchsuchung wird die eben gezeigten schockierenden Fälle verhindern. (Und das kann sie ja auch nicht. Es ist schon fraglich, ob die Online-Durchsuchung signifikant zur Aufklärung beitragen kann.)
Mein Gesprächspartner ist sich aber sicher, dass genau diese Schlussfolgerung durch den rethorischen Aufbau des Vortrags vermittelt werden sollte.
So überzeugt man Politiker...