Montag, 2. Juli 2007

Erfahrungen

Erfahrungen sind Maßarbeit.
Sie passen nur dem, der sie macht.


(von Carlo Levi)

Schäuble und Merkel

Schäuble:
"Wir brauchen das BKA-Gesetz dringend - und ein Gesetz ohne Online-Durchsuchung wird es nicht geben", hieß es dort. "Dieser Punkt ist nicht verhandelbar." Der Minister sei es leid, dass der Gesetzgebungsprozess so schleppend voran- schreite. In einem zweiseitigen Brief an die "sehr geehrte Frau Kollegin" Zypries hatte Schäuble am Donnerstag noch einmal eindringlich vor der Gefahr von Terroranschlägen gewarnt, sollte das BKA-Gesetz nicht rasch auf den Weg gebracht werden. [...]

Als "dummes Gerede" bezeichnete der Bundesinnenminister den Vorwurf, sein Vorstoß zur Online-Ausspähungen von Verdächtigen sei unvereinbar mit dem Grundgesetz. "Ich werde unfreundlich, wenn mir Verfassungsbruch vorgeworfen wird", sagte Schäuble. In der Diskussion über die Online-Durchsuchung hatten Zypries und Rechtspolitiker von SPD, FDP, Grünen und Linkspartei mehrfach Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit angemeldet.
(Quelle)

Merkel:
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich angesichts der latenten Bedrohung durch den internationalen Terrorismus für eine Verschärfung der Sicherheitsgesetze ausge- sprochen. Es gebe noch "Handlungsbedarf", sagte sie. Und: Die Gesetzgebungsarbeit sei hier noch nicht abgeschlossen. Konkret heißt das: Der Einsatz der Bundeswehr im Inneren müsse "im Zusammenhang mit terroristischen Gefahren in ausgewählten Bereichen" möglich sein, so die Kanzlerin. Denn die alte Trennung von innerer und äußerer Sicherheit sei "von gestern".

In diesem Zusammenhang nannte Merkel auch die von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble immer wieder ins Gespräch gebrachten Online-Untersuchungen sowie allgemein die "Ausfüllung" der neuen Kompetenzen des Bundeskriminalamtes (BKA) zur Bekämpfung des Terrorismus.
(Quelle)

Das muß Liebe sein...

Impressionen

Ich mache mich auf. Sonne begrüßt mich, die ich kaum wahrnehme. Bald ist es wieder dunkler und feucht. Aber ich sehe den Tag schon sonnig, wo schon wieder Wolken sind. Neben dem Bahnhof steht unsere Firma. Draußen ist noch keiner zu sehen. Ein gutes Zeichen, das bedeutet Arbeit. Auf dem Bahnsteig höre ich bekannte, unartikulierte Laute aus Richtung des Kabuffs, in dem ich sonst arbeite. Ich kann mir vorstellen, welcher Kollege da wieder seine Sangeskunst erprobt.

Im Abteil zwei Frauen. Die eine auf meinem Platz, den sie bereitwillig räumt. Eine Bankerin, die ihre Stelle verlieren soll. Sie findet es ungerecht, nach 40 Jahren vielleicht nur 750 Euro zu bekommen. Weniger als ein Hartz-4ler, dem sie ca. 840 Euro zutraut mit Kindern. Sie hätte zwar eine abgezahlte Eigentumswohnung und erwartet eine Lebensversicherung, aber sie will nicht nur vom Ersparten leben. Mein träges Gehirn schlägt bei diesem ungleichen Vergleich an, um doch gleich wieder einzunicken. Müdigkeit kriecht hinter meine Augen.

Wolfsburg. Ein schwarzer Käfer zwischen anderen Autos, die nicht alle VW sind. Trotzig steht er da. Nicht so geleckt, so uniformiert wie die anderen, die dem Windkanal entsprungen sind. Er kann bestimmt knattern ohne das es wie Lärm wirkt wie bei den anderen. Knutschkugel.

Die Fahrt geht weiter durch Landschaften und Lärm- schutzwänden. Efeu leckt über die mehr oder weniger verzierten Mauern und erobert sie. Dann sind wir in Berlin. Die Bahn ist pünktlich. Geht doch.

Berlin

Berlin ist schön mit seiner Mischung als alt und neu. Allerdings schneiden die alten Häuser in diesem Vergleich oft besser ab. Persönlichkeiten inmitten von glatten Wänden, an denen die Blicke abrutschen.

Das Wetter zeigte seine Vielseitigkeit mit Regen und Kaiserwetter. Eine Mischung, die den Kreislauf auf Trab hielt, scheuchte sie uns doch gelegentlich unter Deck. Ich mochte es, genauso wie die Menschen, die ich treffen durfte. Bekannte wie noch nicht Bekannte. Fazinierend, was da für Menschen zusammen kommen. Ich könnte sie stundenlang beobachten und ihnen zuhören. Dazu ein schöner Abend. Das lag nicht nur an den Chinesen...

Unter den Linden. Leute sitzen in Zweierreihen zur Straße gewandt vor den Cafés. Versuchte Boheme? Tatsächlich sehen sie aus wie Hühner auf der Stange. Aufgereiht picken sie ihr Brot, sehen Menschen wie Autos zu wie sie vorbeifließen wie Wasser. Ich überlege, mich zu den Hühnern zu begeben. Stattdessen besuche ich die schöne Nofretete. Seit 1986 habe ich sie nicht mehr gesehen.

Es war schön und ich habe es sehr genossen.

(c) Nina Dulleck

angemerkt.

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