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Sonntag, 11. September 2005

Unbezahlbare Lebenszeit

Ein Geizhals hatte fünfhunderttausend Dinar angesammelt und freute sich auf ein Jahr angenehmen Lebens, bevor er sich entscheidet, wie er sein Geld am besten anlegt, als plötzlich der Engel des Todes vor ihm erschien, um sein Leben zu nehmen.

Der Mann bettelte und flehte und gebrauchte tausend Argumente, damit ihm erlaubt sei, ein bisschen länger zu leben, aber der Engel war hartnäckig. "Gib mir drei Tage Leben und ich gebe dir die Hälfte meines Vermögens", flehte der Mann. Der Engel wollte nichts davon hören und begann, an ihm zu zerren. "Gib mir nur einen Tag, bitte ich dich und du kannst alles haben, was ich durch so viel Schweiß und Blut angesammelt habe." Der Engel blieb weiter unerbittlich.

Er konnte dem Engel nur ein kleines Zugeständnis abringen -- ein paar Momente, um diese Nachricht aufzuschreiben: "Oh, du, wer immer du bist, der du diese Nachricht findest, wenn du genug hast, um davon zu leben, verschwende dein Leben nicht im Ansammeln von Vermögen. Lebe! Meine fünfhunderttausend Dinar konnten mir nicht eine einzige Stunde Leben erkaufen!"

Wenn Millionäre sterben und die Leute fragen: "Was haben sie hinterlassen?", ist die Antwort selbstverständlich: "Alles."

Und manchmal: "Sie haben es nicht hinterlassen. Sie wurden davon fortgenommen."


(von Anthony de Mello, SJ)

Nichts wird mehr wie zuvor

Dieser Satz hat sich mit dem 11. September 2001 verbunden. Vieles hat sich seit dem verändert. Bürgerrechte wurden eingeschränkt und werden es noch. Es gab Anschläge, die weitere Einschränkungen möglich machten: Ein Teufelskreis. Wir sperren uns selbst ein und werfen die Schlüssel weg, in dem wirren Glauben, das würde Sicherheit schaffen.

Die Strategie der Terroristen geht auf und die Staaten werden so zu ihren Handlangern. Angst ist da und die Bereitschaft, sich einschränken zu lassen für eine vermeintliche Sicherheit, die es nicht gibt. Wie viel Geld wird in Sicherheitssysteme wie Kameraüberwachung, neuen Pässen, Irisscans und anderem verpulvert ohne richtig zu funktionieren? Aber Politiker machen lieber zu viel als zu wenig, wenn es um die Sicherheit geht. Manchmal könnte man meinen, sie hätten eine bestimmte Sorte Bücher als Fortbildung gelesen: 1984, Schöne neue Welt, das Wittgenstein-Programm, Fahrenheit 451 und wie sie alle heißen...

Es gibt keine absolute Sicherheit. Einschränkung der Bürgerrechte sind nur Placebos, ja weniger, denn sie helfen nicht, sondern schaden. Der "Kampf gegen den Terror" trifft nur uns selbst.

11.09.2001

in memoriam
Twin Towers
New York

(c) Nina Dulleck

angemerkt.

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