Es ist nichts neues, dass in diesem Land alles gläsern werden soll. Zumindest alle, die nicht Politiker sind. Die Bürger, die Manager und jetzt wohl auch die Arbeitslosen. Wir haben doch nichts zu verbergen, oder?
Natürlich ist die Hauptaufgabe der Agentur für Arbeit Arbeitslose zu vermitteln. Aber in einer Zeit, in der das
Ende der Arbeit nahe ist, muss auch sie sich um andere Arbeitsfelder kümmern. Zu erst musste ein neues Logo her, dessen Umsetzung
ca. 10 Mio. Euro kosten wird, vielleicht auch mehr. Nun will die Bundesagentur für Arbeit die Empfänger von Arbeitslosengeld II einer eingehenden Befragung unterziehen. Daten sammeln ist schliesslich in. Die
Langzeitarbeitslose (sollen) vor der Vermittlung in eine neue Stelle von Fallmanagern zu "allen Daten des sozialen Geflechts" befragt werden. Zu diesen Daten zählen nach den Vorstellungen der BA die "Familienkonstellationen, Freundschaften, Nachbarschaftskontakte, Vereinszugehörigkeit und Wohnsituation". Zudem soll eine "Bewertung der Beziehungsstärke zu den jeweiligen Personen" erarbeitet werden, hieß es weiter.
Doch damit will sich die BA offenbar noch nicht begnügen: Sie interessiert sich laut Bams auch für "Persönlichkeitsdaten" wie beispielsweise "Belastbarkeit und Frustrationstoleranz" und "Gesundheitsdaten" wie "Arztbesuche und Krankenhausaufenthalte".
(Quelle: Netzeitung)
Ich kann ja noch verstehen, wenn man nach evtl. Vereinszugehörigkeiten fragt, weil man daraus auf Fähigkeiten und Stärken schliessen kann. Aber alles andere ist dafür unwichtig. Stattdessen wird eine Datenbank mehr geschaffen, die Otto Schily im Namen der Terrorbekämpfung gerne anzapfen würde.